Was sind Miasmen?

Als Patient/Patientin hört man seinen Homöopathen/seine Homöopathin gelegentlich über Miasmen sprechen. Doch was ist ein Miasma genau?

Im griechischen bedeutet das Wort Miasma so viel wie »Verunreinigung, Befleckung, Ansteckung«.

 

In der Homöopathie ist ein Miasma eine tief liegende Schwäche im Körper, welche den Menschen für bestimmte Erkrankungen anfällig macht. Diese Schwächen können erblich weitergegeben oder erworben werden.

Miasmen bestimmen die Art und Weise, wie ein Mensch krank wird, aber auch die Art und Weise wie die Heilung verläuft.

Miasmen im Überblick

Dr. Hahnemann beschrieb drei Untergruppen von Miasmen: die Psora, die Sykose und die Syphilis. Nach Hahnemann`s Tod kam noch die Pseuda-Psora bzw. das tuberkulare Miasma dazu.

Ich werde mich hier auf diese vier Miasmen beschränken, auch wenn man inzwischen durch Forschungen noch weitere Miasmen unterscheidet.

 

Psora: 

Die Psora ist die Mutter aller Krankheiten. Hahnemann leitete das psorische Miasma von der Krätze (ansteckende Hautkrankheit) ab.

Psorische Krankheiten sind funktionelle Störungen ohne Organschäden. Die Psora stört, aber zerstört nicht. Psora ist Reizung und Gier. Sie ist spürbar und viele Symptome spielen sich auf nervlicher Basis oder auf der Haut ab.

Beispiele: Nervosität, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Ängste, hohe Empfindlichkeit, Hautausschläge, Juckreiz, Allergien etc.

 

Werden psorische Beschwerden unterdrückt, kann dies zu tiefer liegenden Erkrankungen führen, oder tiefere, aggressivere Miasmen aktivieren.

 

Sykose:

Die Sykose leitet sich vom Tripper ab. Unterdrückte Tripperinfektionen des Patienten oder seiner Vorfahren macht den Patienten für sykotische Erkrankungen anfällig.

Die Sykose ist mysteriös, hartnäckig, langsam wachsend und klebend. Dieses Miasma wird bestimmt durch einen Überschuss, ein »Zuviel« (Wucherungen), durch Blockaden, Stau und Stenosen.

Beispiele: Fixierungen, Zwänge, Monotonie, Introvertiertheit, nachtragend, Workaholic, Warzen, Pilzinfektionen, Wasserretentionen, Adipositas, Tendenz zu Katarrh, Schleim, viele rheumatische Erkrankungen etc.

 

Syphilis:

Das syphilitische Miasma ist zerstörend und aggressiv. Hahnemann`s vergleichende Pathologie dazu war die Syphilis.

Syphilitische Störungen und Erkrankungen kommen ohne Vorwarnung, schreiten sehr schnell voran und sind destruktiv. Oft besteht eine Verbindung mit Kälte und Gefühllosigkeit. Es wird bestimmt durch ein »Zuwenig«, ein Organ fehlt, die Wärme fehlt etc..

Beispiele: Brutalität, Isoliertheit, unkontrollierte Suchttendenz, Rachsucht, Blutungsneigung, tiefe Knochenschmerzen, Geburtsschäden (Spina bifida), Missgeburten, MS, Geschwüre etc.

 

Tuberculinie:

Das tuberkulare Miasma ist eine Kombination der Psora und der Syphilis. Man findet die psorische Unzufriedenheit, wie auch die syphilitische Destruktivität.

Das tuberkulare Miasma wird bestimmt durch Unzufriedenheit, Wechselhaftigkeit und Widersprüchlichkeit.

Es sind clevere und manipulative Typen und sie machen alles, was ihnen schadet.

Beispiele: Reiselust, rasche Erschöpfung, Feinfühligkeit, Überempfindlichkeit, schnell gelangweilt, Unverantwortlichkeit, Angst vor Tieren, Epilepsie, Kurzsichtigkeit, Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündungen, Blutungen, Drüsenerkrankungen etc.